Hausgarten, Schwabing

Keine verwilderten Rasenflächen mehr sondern ein Garten, der auch wie ein Garten aussieht – diesen Wunsch erfüllte sich…

Keine verwilderten Rasenflächen mehr sondern ein Garten, der auch wie ein Garten aussieht – diesen Wunsch erfüllte sich Peter Hartmann.

„Wir hatten ein sehr ähnliches visuelles Vorstellungsvermögen“, sagt Peter Hartmann, wenn er an die Zusammenarbeit mit Gartengestalterin Gabriella Pape zurückdenkt. Wie sich für ihn Skizzen und Fragmente im Kopf zu fertigen Bildern und Geschichten zusammenfügen, erkennt die Landschaftsarchitektin schon in der Brachfläche den blühenden Garten.
Gabriela Pape leitet in Berlin die königliche Gartenakademie. Dass sich die Wege von Hartmann und Pape kreuzten ist dem Architekten zu verdanken, der die Planerin vermittelte und als ausführende Firma CusanusGärten aus Freising empfahl. Gemeinsam meisterte man die Herausforderung, einen vorhandenen Garten und ein benachbartes Grundstück zu einem schlüssigen Konzept zusammenzuführen.

Hartmann hatte bereits einige Vorstellungen, was er in seinem Garten haben wollte und was nicht. „Zum Entsetzen meiner Kinder hieß es zunächst einmal, weg mit dem Rasen’“, erinnert er sich. „Die vorhandenen Rasenflächen waren viel zu klein, um sie sinnvoll zu nutzen.“ Einige schon vorhandene Sträucher sollten Bestandteil des neuen Gartens werden, ebenso drei alte Balustraden. Alles in allem sollte der Stil eher englisch als französisch und damit eher naturnah-organisch als architektonisch-formal sein.

Die Gärten von Gabriella Pape, die in England Landschaftsarchitektur studiert hatte, trafen diese Vorstellungen recht genau und mit Erik Bürgel kam ein Partner im ausführenden Bereich dazu, für den Pflanzen den Garten erst zum Garten machen.
Ein sogenanntes „Moodbook“ diente als Gesprächs- und Planungsgrundlage. Darin hatte Hartmann alles gesammelt, was er sich im Garten vorstellen konnte: Fotos von Gartenräumen, die ihm gefielen, von Farben, Materialien und Pflanzen. Gabriella Pape verband diese Vorstellungen mit eigenen Ideen und entwarf einen Garten, der durch verschiedene Ebenen viel größer wirkt als das ursprüngliche Grundstück. Weiße Mauern sind gleichermaßen Hangsicherung und Gestaltungsobjekt und harmonieren mit dem rötlichen Terrassenbelag Tambacher Sandstein.

Weiß, lila und kräftige Rosatöne sind die vorherrschenden Blütenfarben im Garten. Die Kieswege, die durch den Garten leiten, sind von blühenden Rhododendren gesäumt. Da sich die Sträucher im eher kalkhaltigen Boden nicht wohl gefühlt hätten, war ein Bodenaustausch unumgänglich. In torfhaltiger Erde entwickeln sich die Pflanzen prächtig und bieten jedes Jahr ein Blütenfeuerwerk. Gehölze sind nicht nur Rahmen für den Garten, sondern dienen auch als Sichtschutz. Den Blick auf das gelbe Nachbarhaus erträglicher machen – das war Peter Hartmann ein dringendes Anliegen. Gelungen ist das mit Linden als Hochstamm-Spaliere, die nach und nach zu einer dichten, grünen Wand werden.

Ein weiterer großer Wunsch des Gartenbesitzers war es, von der Terrasse des Hauses in einen üppig blühenden, wilden Staudengarten zu blicken. Wenn er heute auf seine Terrasse tritt, breitet sich vor ihm ein Senkgarten aus, in dem von Frühjahr bis in den Spätherbst hinein verschiedene Stauden und Zwiebelpflanzen blühen. Wie ein Film, der nach einem furiosen Beginn den Zuschauer bis zum Schluss unterhalten muss, soll auch der Garten während des Jahres immer wieder Überraschendes und Spannendes bieten und nicht bereits seine gesamte Pracht im Frühjahr verschwenden. „Das empfinde ich als wirkliche Gartenkunst.“

Bei Erik Bürgel sind die Pflanzen bis heute in guten Händen. Gemeinsam mit dem Gartenbesitzer geht der Gestalter jährlich zwei- bis dreimal durch den Garten und schaut sich an, was gut funktioniert und wo etwas verändert werden muss. Hartmann mag diese kleinen Umgestaltungen: „Garten verstehe ich als etwas, das sich verändert und auch immer wieder ein wenig Arbeit erfordert.“ Eine Arbeit, die für ihn allerdings erholsam ist.